„Wie kann man nur den Dom so lange schließen!“ Diese mehr oder weniger empörte Äußerung macht mich nachdenklich. Natürlich, auch unser Konvent vermisst das Beten im Dom. Aber, dass der Dom geschlossen ist, hat ja einen Grund; denn es konnte nicht mehr einfach so weitergehen: viele konnten das verkündete Wort nicht mehr verstehen, das Licht reichte nicht aus, es war nicht warm genug … Wohlgemerkt, ich spreche über die Domrenovierung, in der eine neue Beleuchtungs- und Lautsprecheranlage installiert wird, die defekte Heizung ausgebessert und die Wände (samt den Heiligen) von Ablagerungen der Zeit befreit werden. Allerdings ist dieses Renovierungsvorhaben auch auf die gesamtkirchliche Situation anwendbar; auch da kann es nicht einfach so weitergehen: Das Licht scheint schlecht zu sein, zumindest scheinen viele den Weg nicht mehr sehen zu können. Mit dem Hören klappt es nicht so – weder auf Gottes Wort noch aufeinander. Und warm ist es auch nicht gerade, eher etwas zugig.

Was im Blick auf den Dom relativ einfach ist – da kann man die entsprechenden Firmen engagieren -, wird auf die Gesamtkirche bezogen etwas schwieriger. Die Renovierung der Kirche aus „lebendigen Steine“ beginnt bei uns selbst, den Gläubigen. Wir sind gefragt, im Alltag etwas für unsere Augen und unsere Ohren im Miteinander zu tun, etwas persönliche Energie für Wärme einzusetzen und alte Ablagerungen abzubauen. Das wäre doch noch ein gutes Vorhaben für die Fastenzeit: Kirchenrenovierung.
