„Hunger“ hat Dávid Mária Kiss diesen Holzschnitt von 1985 (rechts) genannt. Hunger – könnte eindrücklicher gezeigt werden, was den Advent ausmacht? Hunger nach Gott, nach Erlösung, Hunger nach Frieden, nach Gerechtigkeit, Hunger nach Leben.
Ausgedörrt streckt sich die Schöpfung nach oben: Tauet, ihr Himmel!
Ein adventliches Bild in seiner notvollen Sehnsucht nach Leben, gefangen in Dunkelheit und doch ausgestreckte Armut. Auch alles Glitzern der Adventsmärkte und die elektrischen Sterne über den Straßen können nicht über das hinwegtäuschen, was uns so notvoll bedrängt. Der Holzschnitt zeigt unsere Realität!
Und Gott wagt es, in diese Realität zu kommen.
Er wagt es, Mensch zu werden, arm, klein, ohnmächtig. Er wagt sich in unsere Dunkelheit, Begrenztheit, Bedürftigkeit. Er wagt es, sich in unsere Hände zu legen, sich auszuliefern,
Brot für unseren Hunger zu werden.
Vor 800 Jahren hat Klara von Assisi gewagt, mit ihrem Leben auf Gottes gewagte Armut zu antworten.
Und wir? Was wagen wir als Antwort auf Gottes Wagnis?
- arm werden, loslassen, Ungewissheit, in den Glauben hineinspringen, Verzicht auf Selbstbestimmung, unverstanden sein, uns dem Geheimnis überlassen, uns der Realität stellen, Menschwerdung, Brot für einander werden.
Danken möchten wir am Ende dieses Jahres, dass so viele mit uns ihr Brot geteilt haben und selbst für uns Brot waren.
Unser Herr sei mit Ihnen zu allen Zeiten,
und gebe Gott, dass Sie allezeit mit Ihm seien.
(hl. Klara)
„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht“ (Jes 9,1)
Von Herzen wünschen wir Ihnen und uns, dass in der Dunkelheit der adventlichen Welt das Licht wächst und Weihnachten alles hell durchstrahlt. Im Gebet verbunden gehen wir mit Ihnen in das neue Jahr,
Ihre Klarissen am Dom zu Münster
